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Wo sind die schönen, tiefgründigen Briefe?

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Kate_v_d_K
Frau
37
Deutschland
Schleswig-Holstein
  • Tee trinken & Dinge nicht so ernst nehmen
  • Lesen
  • Dinge "schön" machen
  • Gesellschaftsspiele
  • Geschichte & Historisches
Gesucht:
egal
25
49
Brief
Wenn man sich die Inserate auf dieser Seite so alle anschaut, dann fällt einem zwangsläufig eine Gemeinsamkeit auf: (Fast) alle diese Menschen suchen nach einem tiefgründigen Austausch und nach qualitativer Kommunikation. Auch mich treibt die Frage um, ob es wohl noch eine Möglichkeit gibt, sich tiefgründig über die alltäglichen Fragen des Lebens, die Gesellschaft, Menschen und ihre Eigenheiten und was einen noch so umtreibt, auszutauschen. Vielleicht ein Symptom unserer Zeit?

In unserer modernen, schnellen Chat-Welt bleibt keine Zeit mehr, Gedanken bis zum Ende durch zudenken, auszuformulieren. Und wenn man nach 5 Minuten nicht geantwortet hat, ist man sowieso unfreundlich. Keine Zeit mehr, sich mit dem auseinanderzusetzen, was man eigentlich sagen will. Und wenn, dann ist es sowieso zu „umständlich“, das alles zu tippen, oder das Gegenüber hat keine Geduld dafür und sowieso wartet schon der nächste Termin. Wie schön wäre ein Leben, in dem wir entschleunigt kommunizieren könnten? Gedanken können bis zum Ende gedacht und ausformuliert werden, aber dann auch erst einmal mehrere Tage oder Wochen innerlich sacken, bevor die Antwort einen erreicht.

Und sowieso: Wo sind die schönen Briefe? Die wirklich hübschen, die einem wie ein kleines Geschenk Freude machen, wenn man sie öffnet? Auf deren Inhalt man sich freut wie auf eine spannende Geschichte oder lehrreiche Erkenntnis? Mit gutem Briefpapier, Tinte, Siegel, was auch immer dazugehört. Oft fällt mir auf, dass wir es uns in unserer hektischen Welt sparen, Dinge schön zu machen, sofern sie nicht unbedingt essenziell für das Ziel sind. Im Kapitalismus steht nicht das Wohlergehen des Menschen an erster Stelle, sondern Effizienz und Leistung. Und so ist es eben effizienter, einen Zweizeiler per Mail oder Chat zu schicken, anstatt eines hübschen Briefes. Für alles andere ist keine Zeit. Stehen bleiben. Nachdenken. Auch ich tappe sehr oft in diese Falle. Aber tut uns Menschen das gut? Ist dies unsere „artgerechte“ Lebensweise? Ich zweifle derzeit daran.

Nun, warum bin ich hier? Gestern habe ich in einem Beitrag der SZ gesehen, dass die „neue“ Midlife-Crisis wohl aus „Sicherheit“ statt „Erleben“ bestehe. Unsere Generation hat wohl keine Angst mehr vorm Älterwerden oder etwas zu verpassen, sondern im Gegenteil, wünscht sich, weniger zu erleben, mehr zu verpassen, Sicherheit und Stabilität. Das kann auch ich so bestätigen. Macht mich das zu einem Menschen in einer Midlife-Crisis? Oder leben wir nicht sowieso schon in genug Krisen, vielleicht braucht diese auch gar keinen Namen. Aber ich beobachte tatsächlich um mich herum, dass sehr viele Menschen „back to the roots“ gehen, Brot backen, stricken lernen, sich bei Social Media abmelden oder sich einen Gemüsegarten anlegen. Ich glaube, dass ein großer Schritt zurück (in gewissen Dingen – NICHT ALLEN!) uns Menschen guttun und vorwärts bringen würde. Mehr Ruhe, weniger Empörung, mehr Fokussierung auf das wirklich Wesentliche und darauf, was dem Menschen tatsächlich gut tut. Mit Stricken habe ich bereits begonnen, Brot backe ich selber, mehr Zeit zum Lesen versuche ich mir ebenfalls zu nehmen, und nun sind die Briefe dran! Ich möchte versuchen, mit Briefen mehr Qualität in mein Leben zu bringen. Ob das gelingt? Einen Versuch ist es wert! Wollen wir uns dabei gegenseitig helfen?

Falls dir diese ganzen Gedanken bekannt vorkommen, mein Text zu dir „spricht“ und du auch Interesse an einem tiefgründigen, qualitativen Austausch von Gedanken und schönen Briefen hast, freue ich mich auf deine Nachricht.

Wer bei mir falsch ist: Dogmatische, negative, komplizierte Menschen, die alles auf die Goldwaage legen, auf sich beziehen und keinen Sarkasmus verstehen. Das Leben ist nicht immer leicht, Aufgeben keine Option, eine gehörige Spur Sarkasmus und Lockerheit aber oft der Ausweg. Außerdem möchte ich explizit Briefe schreiben, keine E-Mails.
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